Tefaf Antiquitätenmesse – ein Besuch im „Kaufhaus der Milliardäre“

Wenn man dieses Jahr zwischen dem 10. und 18. März durch die Hallen des MECC Maastricht wandelte, schwebte man in einer anderen Sphäre. Auf der weltweit wichtigsten Kunst- und Antiquitätenmesse war an diesen Tagen nichts zu spüren von den Krisen und Katastrophen dieser Welt. Es war einem, als ob die Zeit stehen geblieben ist – etwa im 19. Jahrhundert der Gemälde Vincent van Goghs oder noch früher als man im alten Ägypten Sarkophag-Masken herstellte. Einzig die immer präsenten Smartphones, sowohl der Besucher als auch der Aussteller, holen uns in die Gegenwart zurück. Man muss schließlich erreichbar sein, wenn man Geschäfte machen möchte.

Wir hatten dieses Jahr wiederholt die Möglichkeit, die Tefaf (The European Fine Art Fair) am Tag vor der Eröffnung besuchen zu dürfen und konnten so die Kunstwerke aus 7000 Jahren Kunstgeschichte vor dem öffentlichen Messebeginn bestaunen. Wie jedes Jahr zierte ein Meer aus frischen Blumen den Eingangsbereich des MECC, wo die Messe seit 1988 jedes Jahr stattfindet. Dahinter offenbarte sich eine scheinbar endlose Ansammlung kleiner und großer Schätze – ob Gemälde, feinster Schmuck oder Orientteppiche. Im „Kaufhaus der Milliardäre“, wie die FAZ die Tefaf treffenderweise bezeichnete, gibt es Kunst und Antiquitäten für jeden Geschmack – nicht jedoch für jeden Geldbeutel. So sind auch die Aussteller ein erlesener Kreis hochkarätiger Kunsthändler. Unter den 270 international renommierten Häusern, kamen dieses Jahr 19 neue Aussteller hinzu.

Doch nicht nur ausgestellte Kunst gab es zu bewundern; manch ausgefallenes Kostüm vor allem der weiblichen Besucher war nicht weniger sehenswert – wenn nicht sogar ausstellungswürdig. Überhaupt war die Atmosphäre der Veranstaltung selbst als Kunstwerk zu bezeichnen. Hier spielen die mit üppig bestückten Tabletts vorbei huschenden Service Kräfte keine zu vernachlässigende Rolle, sorgen sie doch für das leibliche Wohl des anspruchsvollen Publikums.

Seitdem ich die Tefaf im Jahr 2013 zum ersten Mal besuchte, ist die Messe für mich als Kunst- und Antiquitätenhändler jedes Jahr eine besondere und lehrreiche Erfahrung.
Wir freuen uns schon auf 2018, auf die Reise in ferne Zeitalter und auf möglicherweise neue Gesichter unter den Ausstellern. 

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